Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Rund um die Göhrde

Der französische Oberbefehlshaber Davout setzte am 17. August 2 Kolonnen von Bergedorf auf Lauenburg und von Schwarzenbek auf Mölln in Vorwärtsbewegung, wobei die Franzosen die Übergänge bei Büchen und Lauenburg an der Demarkationslinie entlang der Stecknitz am 19. August verstärkten. In einem 3 tägigen Gefecht bei Lauenburg stieß der französische General Pécheux auf heftigen Widerstand, so dass diese Truppen zumindest mehrere Tage lang aufgehalten werden konnten.
Insgesamt siegten die Franzosen in diesem Gefecht und Davout war somit am 19. im Besitz des Stegnitz-Abschnittes und meldete Napoleon von seinem Hauptquartier aus Lauenburg, dass er am 20. gegen Schwerin aufbrechen werde. Am 24. August besetzte Davout die Stadt Schwerin und drängte die Schweden bis nach Rostock zurück, dann zog er sich mit seinen Truppen Anfang September überraschend wieder nach Ratzeburg und auf die Stecknitzlinie zurück.

Wallmoden ging nun davon aus, dass Davout mit seinen Hauptkräften westlich der Elbe über Magdeburg zu Napoleons Hauptarmee abmarschieren wolle, und eilte mit seinen Truppen nach Dömitz. Am 9. September meldete allerdings ein übergegangener dänischer Offizier, dass Davout gar nicht nach Magdeburg abziehen wolle, woraufhin Wallmoden am folgenden Tage wieder nach Hagenow marschierte.
Die Papiere eines am 10. September gefangen genommenen französischen Ordonnanzoffiziers verrieten Wallmoden Davouts Pläne, der die 50. französische Division unter General Pecheux mit 3000 Mann in Richtung Magdeburg entsenden wollte, um die Verbindungen von feindlichen Streifkorps zu säubern. Wallmoden vollzog diverse Ablenkungsangriffe an der Stecknitzlinie, brachte aber zusätzlich einen Großteil seiner Truppen über die Elbe, so dass Abends am 14. September ca 11000 Mann der Wallmoden`schen Truppen bei Dömitz versammelt waren, die in der folgenden Nacht über die zuvor gebaute Schiffbrücke bis nach Dannenberg vorrückten. Wallmoden griff Pecheux am 16. September in der Göhrde mit überlegenen Kräften an. Im gesamten Verlauf des Gefechts an der Göhrde fehlte ein bestimmender Einfluß der höheren Führung, so dass der an Sicht anerkennenswerte Kampfeseifer einige Truppenteile zu Einzelangriffen verleitete. Das Feldbataillon Lauenburg war als Teil der Brigade Halkett zugegen, hatte aber durch eigenes Missgeschick an den Kämpfen nur einen kleinen Anteil:

"Die Veranlassung zu der Stockung im Bataillon Lauenburg beim Debouchiren aus dem Göhrder Walde war nicht das Einschlagen von Kanonenkugeln, da nur abgeschossene Zweige der Bäume auf das Bataillon herabfielen, sondern es ward dies dadurch veranlaßt, daß der das Bataillon commandirende Capitain, da leider der Major v. Benoit abwesend war, vom Pferde gestiegen, kein guter Reiter, und beim Antreten der Brigade nicht bei der Hand war.
Deshalb ward die Geduld des Brigade-Commandeurs erschöpft und gingen die Bataillone Langrehn und Benningsen dem Bataillon Lauenburg vorüber, wodurch dasselbe während der Dauer des Gefechtes in der Reserve-Stellung verblieb." (8)

Zwei Kompanien des Bataillons wurden aber als Bedeckung der Batterie Wiering detachiert und konnten so aktiv zum Gefecht beitragen, denn durch die sehr gute Haltung eines Zuges der hannoverschen Fußbatterie Wiering, die unter Leutnant díHuvelé bis in die Höhe der schon stürtzenden Bataillone vorging und mit Kartätschen in den Feind schoss, gelang es den Feind auch hier zu werfen.
Nach dem Gefecht an der Göhrde ging das Feldbataillon wieder bei Dömitz ins Quartier. Davout baute, nach dem Gefecht und dem Vordringen alliierter Streifkorps bis Bremen im Oktober, Hamburg zu einer Festung aus und stellte sich dort auf eine Belagerung ein, denn ihm war die Festhaltung Hamburgs unter allen Umständen aufgetragen worden.

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