Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Erste Kämpfe um Hamburg

Seinen ersten Einsatz hatte das Feldbataillon Lauenburg am 9. Mai 1813, als eine starke französische Abteilung auf Ochsenwerder gelandet und bis Fünfhausen vorgedrungen war. Hauptmann von Loucadou meldete dies in Bergedorf an Major von Berger, woraufhin das Feldbataillon Lauenburg gegen 9 Uhr morgens den Abmarschbefehl erhielt und nach einem ca. 2-stündigen Marsch Kirchwerder erreichte. Das Feldbataillon Launenburg unterband mit dem Detachement der Legion unter Major Müller und Leutenant Bechelé den französischen Vorstoß auf den Elb-Übergang beim Zollenspieker, wobei es auf beiden Seiten Tote und Verwundete gab, auf alliierter Seite waren Capitain Bärensbach, 1 Sergeant und 10 Soldaten an Gefallenen zu verzeichnen. Major von Berger ließ einen lobenden Bericht über das Verhalten des Bataillons an Leutenant Hanbury schreiben. Man marschierte zurück zum Zollenspieker und biwakierte dort. Ein erneuter Versuch der Franzosen am Zollenspieker einen Brückenkopf zu bilden, wurde am 13. Mai abgewehrt, allerdings gab es auch hier auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete, darunter 3 Offiziere (die Leutenants v.Issendorff, Bachelé und v. Waltersdorff) auf alliierter Seite. 1 Corporal, 4 Infanteristen sowie 50 Franzosen waren an Toten zu beklagen.
Ein Tagesbefehl Tettenborns belobte das Benehmen des Bataillons und Major von Berger erhielt vom Kaiser von Russland den St. Annen-Orden. Die Befehlsgewalt über den gesamten linken Flügel wurde an Major v. Berger gegeben und das spezielle Kommando des Lauenburger Feldbataillons ging auf Major Müller von der King's German Legion (KGL) über.

Am 29. Mai ging man vom Eichbaum aus gegen die auf Ochsenwerder vordringenden Franzosen vor, die man allerdings erst im letzten Augenblick auf Grund des starken Nebels sah. Das Feldbataillon Lauenburg hatte den Pass beim Eichbaum für den Fall eines Rückzuges besetzt, da dort eine Fähre nach Ochsenwerder übersetzte. Alle Vorposten wurden bei den Kämpfen auf Ochsenwerder, die für den Fall Hamburgs von entscheidender Bedeutung waren, beteiligt und wurden dort von der französischen Artillerie arg unter Beschuss genommen.
Bei Spadenland legten die Boote der Franzosen an und als man sie endlich sah, eilte das Detachement des linken Flügels dorthin, doch ward die 3. Kompanie schon zurückgeworfen und der Deich durch die Franzosen besetzt. Die zurückgedrängten Detachements der 3. und 7. Kompanie, die von Leutenant Schneider gesammelt wurden, dieser hatte von Major Müller die Erlaubnis zum Angriff erhalten, rückten gegen die Franzosen vor, die die Attacke auf ca. 100 Schritt herankommen ließen und dann eine General-Salve abfeuerten, woraufhin viele Offiziere und Soldaten tod oder verwundet liegen blieben. Das rückwärtig aufgestellte Bataillon wurde durch den andauernden Artilleriebeschuss des Feindes in Panik versetzt:

"Zu gleicher Zeit warfen die Franzosen eine Masse Granaten in das rückwärts aufgestellte Bataillon, und trotz aller Bemühungen der Offiziere konnte es erst jenseits Ochsenwerder wieder in einige Fassung gebracht werden" (5)

Das Lauenburger Feldbataillon setzte mit den ihnen zugeteilten Detachements unter Leutnant Dehnel wieder nach Eichbaum über, doch als gerade der letzte Teil des Feldbataillons Lauenburg übergesetzt hatte, kam Dehnel erst am Ufer an. Die Schiffer weigerten sich zu fahren, woraufhin Capitain Cumme Freiwillige aufrief, dem Kameraden zu Hilfe zu kommen.
"...es drängen sich Offiziere und etwa 60 Mann von Lauenburgern..." (5), die die Schiffer zwangen nochmals mit den Fähren überzusetzen.
Wohlbehalten kamen sie am jenseitigen Ufer an, die Franzosen waren bis ans Ufer vorgerückt und bis zum Abend ward an beiden Seiten der Dove-Elbe ein Tirailleurgefecht gehalten. Tettenborn hatte Hamburg verlassen und hielt mit seinem Stab ebenfalls vor dem Eichbaum. Es waren 20 Tote und zahlreiche Verwundete zu beklagen.

Die alliierten Truppen marschierten am nächsten Morgen nach Osten zurück. Das Feldbataillon begab sich nach Lauenburg und erhielt bald darauf die Nachricht vom Waffenstillstand.

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