Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Waffenruhe

Die Kriegsparteien vereinbarten am 04. Juli eine Waffenruhe, um ihre Kräfte aufzufrischen, der Frühjahrsfeldzug des Jahres 1813 war damit beendet. Das militärische Kräfteverhältnis entwickelte sich in dieser Phase zu Ungunsten Napoleons, da Schweden, England und Österreich in den Krieg auf Seiten der Russen und Preussen eintraten.
Das Feldbataillon Lauenburg erhielt den Befehl, sich nach Mecklenburg zurückzuziehen. Durch die Niederlage vor Hamburg und dem anstehenden Rückzug aus dem Herzogtum Lauenburg sank bei vielen der neu errichteten Truppenteile, Legionen und Bürgerwehren die Moral, so dass es einige Fälle von Fahnenflucht gab:

"Leider war dies das Signal, daß viele der jungen Rekruten vom Heimweh geplagt nach Hause liefen, doch bald von den Behörden wieder eingeliefert wurden; es mußte ein Exempel statuiert werden, und zum ersten Male ward im Quarré des Bataillons die neungeschwänzte Katze unerbittlich in Thätigkeit gesetzt, gewiß eine barbarische, aber unter Umständen wie diese, eine unvermeidliche Strenge, die auch allen weiteren Desertionen ein Ziel setzte." (6)

Das Feldbataillon Lauenburg marschierte über Camin, Wittenburg, Crivitz und Dobberthin bis nach Malchow und verblieb dort vom 12. Juni bis zum 18. Juli. Diese Zeit der Waffenruhe wurde auch zur Ergänzung der Lücken im Bataillon Lauenburg genutzt, Leutenant Sonntag kommandierte die Schützen, die Capitains v. Wissendorff, v. Windheim und le Bachelé vom 7. Linienbataillon wurden zu Komapaniechefs im Feldbataillon ernannt. Major Müller war durch seine Wunde zwar am Reiten gehindert, dennoch war er auch unermüdlich in der Ausbildung des Bataillons. Während einer Revue bei Goldberg am 20. Juli gab das Feldbataillon Lauenburg, genau wie die anderen neu-hannoverschen Formationen, ein gutes Bild ab. Sie gehörten nun zum Wallmoden`schen Corps, also einem Teil der Nord-Armee, die unter dem Befehl Carl Johanns, Kronprinz von Schweden, stand, der durch seine Eigentümlichkeiten lähmend auf die Operationen Wallmodens einwirkte. Als das Feldbataillon Lauenburg nach Grabow verlegt wurde, sollten die Lauenburger vor dem Kronprinzen von Schweden erscheinen:

"Bei Gelegenheit jener Inspektion exercirte ein Capitain das Bataillon, der weder besonderer Reiter, noch fähig war, mit seiner schwachen Stimme ein über 800 Mann starkes Bataillon zu commandiren und so durcheinander brachte, daß der General Wallmoden verdrießlich befahl, das Manöver mit einem Vorbeimarsche zu schließen.
Der Kronprinz von Schweden äußerte dem General Wallmoden sein Bedauern, daß er so schlecht exercirte Truppen unter seinen Befehlen hätte,..." (7)

Oberstleutenant und Genral-Adjutant von Berger wurde gerufen, dem der Kronprinz beim Vorbeimarsche sagte: "Welch ein schönes Bataillon, wie macht diese Formation desselben Ihnen Ehre." (7)
Daraufhin erhielten die Lauenburger den Leutnant und Adjutanten Lafarque der King's German Legion (KGL) als Lehrmeister zugewiesen, der ihnen die zu jener Zeit grundlegenen, als "eighteen monoevres" bekannten Bataillonsmanöver des Generals Sir David Dundas, Spitzname "Old Pivot" (Entwickler des Infanterie Drill Manuals, "the Principles of Military Movements"), beibrachte.

Während des Waffenstillstandes kam das Feldbataillon Lauenburg unter die Führung des Majors von Benoit, der die Führung auch noch an der Göhrde inne hatte. Das Feldbataillon Lauenburg wurde mit den Bataillonen Benningsen und Langrehr der Brigade Oberst Halkett zugeteilt, und zusammen übten sie in der Gegend von Haidhoff die Brigademanöver. Am Ende des Waffenstillstandes, Mitte August 1813, war das Bataillon im Raum Dömitz einquartiert.

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