Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Gefecht bei Sehestedt

Wallmoden traf am 06. Dezember in Oldesloe ein und erfuhr dort vom Abmarsch der Dänen nach Segeberg, woraufhin er die Avantgarde unter General von Dörnberg gegen Segeberg sandte. Dörnberg verfolgte die Straße auf Neumünster, die Verfolgung auf der großen Straße nach Kiel überließ er den Schweden. Wallmoden benutzte dieselbe Straße, da er die Dänen von Rendsburg abschneiden wollte.
Die Dänen hatten, scharf bedrängt von den Schweden, Kiel erreicht und fassten den Entschluss im Linksabmarsch hinter dem Eiderkanal Rendsburg zu gewinnen. Diese Bewegung führte unweigerlich zum Zusammenstoß mit Wallmoden, der von Neumünster in Eilmärschen gegen Kluvensiek vordrang, um die Dänen von Rendsburg abzuschneiden.
Die wichtige Brücke von Kluvensiek war von den Vortruppen Dörnbergs schon am 9. Dezember besetzt worden und Wallmoden stand mit seinem Gros bei Kluvensiek und Umgegend, mit der Avantgarde bei Holzbunge am Witten-See, und hatte Vortruppen an beiden nach Rendsburg führenden Straßen. Dörnberg war mit seinen Truppen weiter nach Eckernförde auf Rendsburg marschiert, musste dann auf Grund der Geschehnisse umkehren, kam allerdings für ein Eingreifen in die Kämpfe zu spät.
Wallmodens Truppen wurden bei Sehestedt von den Dänen mit großer Heftigkeit angegriffen. Die Brigade Halkett war am 10. Dezember 1813 vor Rendsburg aufmarschiert, als man die Order erhielt nach Kluvensiek aufzubrechen. Das Feldbataillon Lauenburg, das die Tête hatte, ging im Eilmarsch, fast die ganze letzte Meile im Lauftritt, nach Kluvensiek, von dort ging man über die Kluvensieker Schleuse auf Osterade vor, wo Wallmoden und sein Generalstab den Lauenburgern schon flüchtend entgegenkamen, denn Dörnberg hatte keinerlei Truppenbewegungen mitgeteilt, so dass man den eng beieinander marschierenden dänischen Truppen überraschend gegenüberstand.
Wie sich später zeigte, hatte das dänische Korps bei Gettorf genächtigt und marschierte Halketts Lauenburgern an jenem Morgen in voller Stärke entgegen. Natürlich wussten sie dieses aber nicht, also griff man zunächst weiter an und nachdem die 5. Kompanie eine Zahl dänischer Schützen aus Osterade vertrieben hatte, marschierte das Bataillon bis vor die Brücke über die alte Eider, wo man zu Kompanien aufrückte. General Lyon forderte zum mutigen Draufgehen auf und unter Führung des Obersten Halkett und des Majors von Benoir rückte das Bataillon gegen Sehestedt vor.

"Wir deployierten links vom Wege auf die Koppeln, und sehr bald war das ganze Bataillon in Linie avancirend, in einer langen Tirailleur-Linie, durch Knicke getrennt, aufgelöst, ohne allen Soutien und im zerstreuten Gefecht noch gänzlich unerfahren." (9)

Auch der Leutenant d`Huvele, der seine Kanonen verloren hatte, kam ans Bataillon herangeritten und forderte zur Wiedernahme der Kanonen auf.
"Alles was an dänischer Infanterie vor uns war, ward geworfen, das Bataillon verfeuerte eine Masse an Patronen." (9)

Als man gerade vor d*Huveles Kanonen stand, wurde das Feldbataillon Lauenburg auf beiden Flügeln von der feindlichen Kavallerie angegriffen, rechts von holsteinischen Reitern und links von Fühn'schen Dragonern. Durch die vielen angreifenden Reiter wurde die Situation für das Feldbataillon Lauenburg langsam heikel. Die Fahnenträger hatten sich in einem Knick reteriert und das Bataillon versammelte sich wie ein Knäuel um sie herum. Als die mecklenburgischen Schwadronen eingriffen, zogen sich die Dänen erschreckt zurück, so konnte ein Teil des Bataillons sich mit der Fahne auf den Hofe von Osterade zurückziehen, wo Major v. Benoit auch schon andere Versprengte gesammelt hatte. Um Sehestedt entwickelte sich nun ein erbitterter Kampf, da die Dänen diesen Ort unbedingt haben mußten, denn dies war die einzige Möglichkeit um auf Rendsburg weiter zu marschieren. Major Langwerth vom 4. Linienbataillon King's German Legion (KGL) berichtet:

"The detachment of the King's German Legion under captain Holtzermann,...supported by the batallion of Lauenburg, moved forward in skirmish order,...; but in retiring befor the Danish horsemen across an open space, the rear fell into disorder,..." (10)

Der linke Flügel des Bataillons Lauenburg behauptete seine Stellung bis zum Ende dieses Gefechts.
Die reitenden Batterien der Legion, an diesem Tage der Avantgarde Dörnberg zugeteilt, kamen nicht zum Eingreifen. Die langgezogene Marschkolonne von Wallmodens Truppen traf nur langsam ein, während die Dänen dichter aufgeschlossen marschiert waren. So gelang es den Dänen gegen 10 Uhr die Truppen der Verbündeten aus Sehestedt auf Osterrade zurückzuwerfen, dabei fielen ihnen 2 Geschütze (11) und eine Anzahl Gefangener in die Hände. Sie konnten somit ihren Marsch auf Rendsburg ungehindert fortsetzen.
Wallmoden, dem die versprochene Division Vegesack fehlte, wurden durch Schwedens Kronprinzen die größten Marschanstrengungen zugemutet und die gefährlichste Position übertragen. Er erhielt am drauffolgenden Tag vom Kronprinzen einen Brief voller Komplimente über seinen tapferen Widerstand, diesen warf er zu Boden und stapfte darauf.(13)

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