Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Der Waterloo Feldzug

Im Juni 1815 wurde das Feldbataillon Lauenburg der 6. hannoverschen Brigade unter General Lyon, das vorher von Oberst von Berger befehligt wurde, unterstellt. Auch das Feldbataillon Calenberg und die Landwehrbataillone Hoya, Nienburg und Bentheim fanden sich in dieser Brigade ein.
In Wellingtons Armee waren Hannoveraner, Nassauer, Braunschweiger mit Engländern und Niederländern verbunden, als Teil dieser bunt gemischten Armee unter dem Kommando des Herzogs von Wellington gehörten sie mit den englischen Brigaden Johnson und Mitchel zur 4. Division Colville, die somit aus der 6. hannoverschen Brigade (Feldbataillon Lauenburg und 4 Bataillone) unter General Lyon, der 4. britischen Brigade (4 Bataillone) unter Oberst Mitchell, der 6. britischen Brigade (4 Bataillone) unter General Johnson, 1 englischen Batterie und der 1 hannoverschen Fußbatterie v. Rettberg (KGL) bestand. Die 4. Division gehörte zum II. Korps unter General Lord Hill.
Wellington ordnete am 15. Abends gegen 7 Uhr zunächst die Versammlung seiner Armee bei Ath, Braine le Comte, Hal und Nivelles an, da er davon ausging, dass Napoleon bei Charleroi nur ablenken wolle, seinen Hauptschlag aber durch eine Umgehung über Mons und Hal gegen Brüssel führen würde. Ein Nachtragsbefehl um 10 Uhr Abends verschob die Sammelpunkte mehr nach Osten, indem die Truppen auf Enghien, Braine le Comte und Nivelles beordert wurden. Die Bewegungen sollten noch in der Nacht angetreten werden.

Wie befohlen marschierte das Feldbataillon Lauenburg am 15. Juni nach Nivelles, am 16. marschierten sie weiter nach Braine LŽAlleud und am 17. schließlich nach Hal. Am 18. Juni stand die gesamte Division bereit, somit auch das Feldbataillon Lauenburg, musste aber mit der gesamten etwa 20.000 Mann starken Reserve in Hal zur rechten Flankendeckung Wellingtons verbleiben.
"...ein Corps bei Hal aufzustellen, da man wohl einen Angriff eines französischen Seitencorps über Mons und Hal nach Brüssel ... vermuten konnte, so war doch wohl am Nachmittag zu erkennen, daß Napoleon mit seiner ganzen Macht bei Waterloo und Brüssel durchdringen wollte..."(12)
Diese Art der Flankendeckung Wellingtons bot später viel Raum für Spekulationen, gerade wenn über ihren Sinn diskutiert wurde. Für das Feldbataillon und die anderen Truppen bedeutete sie aber, dass sie bei dieser entscheidenden Schlacht eher als Zuschauer teilnehmen mussten.
"Der Donner der Schlacht bei Waterloo drang zu unseren Ohren, jeden Augenblick hofften wir auf die Marschordre dorthin:..." (12)

In den folgenden Tagen marschierte das Feldbataillon Lauenburg nach Cambray, wo eine Festung mit Citadelle erstürmt werden sollte, zwei Kompanien des Bataillons wurden gleich nach Ankunft am 24. zum Tirailliren gegen die Citadelle und Festung vorgeschickt. Nach der Eroberung der Festung Cambray nahm das Bataillon an der Besetzung Frankreichs teil und man marschierte direkt nach Paris, wo das Feldbataillon Lauenburg vom 04. Juli bis zum 01. November 1815 verblieb. Das Feldbataillon Lauenburg wurde mit den anderen Truppen im Zelt- und Hüttenlager der britisch - hannoverschen Besatzungstruppen in Bois de Boulogne einquartiert. Später, als die kalte Jahreszeit hereinbrach, wurden die Lauenburger umquartiert, so dass sie in Quartiere im Pariser Umland umzogen.

Das Feldbataillon Lauenburg begab sich Mitte Dezember auf den Rückmarsch in die Heimat und wurde Anfang 1816 in Lüneburg aufgelöst, da sie nicht mehr zu Hannover gehörten, denn Ihr Herzogtum gehörte bereits zu Dänemark, den einstigen Gegner von Sehestedt, das Lauenburg gegen Schwedisch-Pommern mit Preußen getauscht hatte.

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